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Buch ‹Rudolf Steiner und die Anthroposophie› von Peter Selg, Schwabe-Verlag, Basel, Schweiz (Buch: Schwabe-Verlag, Foto: Sebastian Jüngel)
Buch ‹Rudolf Steiner und die Anthroposophie› von Peter Selg, Schwabe-Verlag, Basel, Schweiz (Buch: Schwabe-Verlag, Foto: Sebastian Jüngel)

Pressemitteilung -

Wissenschaft des wirksamen Geistes >>> Buch zu Rudolf Steiners Ansätzen und Anliegen

Goetheanum, Dornach, Schweiz, 3. April 2025

Auf Rudolf Steiner gehen Pionierleistungen wie Waldorfpädagogik, biodynamische Landwirtschaft und Anthroposophische Medizin zurück. Weniger bekannt ist sein wissenschaftlicher Ansatz. Peter Selg zeichnet in seinem Buch ‹Rudolf Steiner und die Anthroposophie› das Bild eines Menschen, der sich für eine Gesellschaft einsetzte, die mit geistigen Wirkkräften rechnet.

«Das Goetheanum von Rudolf Steiner war als Wissenschaftszentrum gedacht, als ein Ort der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre, der Ausbildung und Praxis.» Das hält Peter Selg in seinem Buch ‹Rudolf Steiner und die Anthroposophie› fest. Der Autor lehrt medizinische Anthropologie und Ethik an der Alanus-Hochschule, Alfter, Deutschland, leitet das Ita-Wegman-Institut, Arlesheim, Schweiz, und ist Mitglied der Goetheanum-Leitung, Dornach, Schweiz.

Seit Rudolf Steiners Wirkenszeit gibt es viele, darunter recht kontroverse Sichten auf ihn – Peter Selg unternimmt den selteneren Blick auf Rudolf Steiners Wissenschaftsimpuls und Tätigkeit im öffentlichen Raum nach Ende des Ersten Weltkriegs. Die Verbindung von naturwissenschaftlicher Klarheit und geisteswissenschaftlicher Einbeziehung des wirkenden Geistes stieß und stößt auf Unverständnis, ja Ablehnung und Abwehr. Peter Selg benennt einige Gründe. Zu ihnen gehört, dass Rudolf Steiners mehrheitlich mündliche Ausführungen in Form mitstenografierter, von ihm nicht redigierter Vorträge und weitgehend ohne kontextuelle Einbettung überliefert sind. Zudem zeigt sich auch an ihm der Umgang mit wissenschaftlichen Außenseitern, wie ihn Thomas S. Kuhn, Ludwig Fleck und Joseph Weizenbaum beschrieben haben. Rudolf Steiner ließ sich von seinem Anliegen nicht abbringen und entwickelte mit seinen Mitarbeitenden viele fachwissenschaftliche Perspektiven und Initiativen. Zudem vertrat er mit der «sozialen Dreigliederung» Ideen zur «Überwindung des klassischen Nationalstaates zugunsten autonomer Bereiche des geistigen, rechtlichen und ökonomischen Lebens», so Peter Selg.

Manche empfanden dies als bedrohlich: Die Haltung Rudolf Steiners und die Anthroposophie waren unter anderem völkisch-rechtsnationaler Angriffe ausgesetzt. Neben publizistischer Verunglimpfungen kam es zu handfesten Taten: Rudolf Steiner war einem Attentatsversuch am 15. Mai 1922 in München, Deutschland, dank schützendem Einsatz anderer entkommen, das erste Goetheanum brannte in der Silvesternacht 1922/23 infolge von Brandstiftung ab.

Dennoch blieb Rudolf Steiner aktiv. Er plante das zweite Goetheanum, stellte die Anthroposophische Gesellschaft auf eine neue Grundlage und baute mit seinem Kollegium eine Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit Sektionen (Fakultäten) auf. Sein Tod am 30. März 1925 verhinderte, dass er seine Impulse selbst fortsetzen konnte.

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Buch Peter Selg: Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Studien zu Leben und Werk
Vernissage Peter Selg und Harald Liehr, Schwabe-Verlag, 14. April 2025, 19 Uhr, Goetheanum

Ansprechpartner Peter Selg

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Das Goetheanum ist Sitz der weltweit arbeitenden Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Anthroposophischen Gesellschaft. Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit ihren elf Sektionen ist in Forschung, Entwicklung, Lehre und der praktischen Umsetzung ihrer Ergebnisse wirksam und wird in ihrer Arbeit durch die Anthroposophische Gesellschaft gefördert.

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Sebastian Jüngel

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Wolfgang Held

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