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«Wir brauchen eine Entwicklungforschung». Überblick über biodynamische Forschung auf internationaler Tagung

Pressemitteilung   •   Sep 20, 2018 11:43 CEST

First International Conference on Biodynamic Research: Véronique Chable und Jean-Michel Florin am Goetheanum

Goetheanum, Dornach, 20. September 2018

«Wir brauchen eine Entwicklungforschung»
Überblick über biodynamische Forschung auf internationaler Tagung

Forschungsergebnisse zeigen ein breites Wirkungsfeld der biodynamischen Landwirtschaft: Sie leistet beispielsweise Beiträge zur Erhöhung der Lebensmittelqualität, zur Verbesserung des Tierwohls und zum Klimaschutz.

Die biodynamische Landwirtschaft zählt zu den Pionieren im ökologischen Landbau: Neue Gemüse- und Getreidesorten werden gezüchtet (Sativa Rheinau; Bingenheimer Saatgut), Verfahren zur Bewertung der Lebensmittelqualität werden praktiziert (Kupferchloridkristallisation), und die Bodenfruchtbarkeit wird durch Einsatz von Kompost und biodynamischen Präparaten verbessert. Auch werden Vorschläge zu neuen Formen des Landbesitzes entwickelt.

Von Anfang an verband biodynamische Landwirtschaft die Praxis mit Forschung. Eines der aktuellen Forschungsprojekte zielte auf die Verbesserung des Tierwohls. Es gehört zu den berührendsten Momenten, wenn die Mutterkuh von seinem Kalb getrennt wird. Mechthild Knösel vom Hof Rengoldshausen (DE), Anet Spengler Neff vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (CH) und Silvia Ivemeyer von der Universität Kassel (DE) suchten nach einer Lösung und entwickelten unter anderem einen Leitfaden, der auch von konventionellen Landwirten nachgefragt wird. Daniel Kusche von der Universität Kassel (DE) zeigte, dass Milch aus biodynamischer Tierhaltung einen höheren Grad an Verträglichkeit bietet als bei Erzeugung durch andere Ansätze. In einem Feldversuch in Indien war messbar, dass durch biodynamische Landwirtschaft mehr Kohlenstoffdioxid als durch andere Ansätze im Boden gebunden und somit ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.

In 100 Beiträgen wurde den 180 Teilnehmenden bei der ersten internationalen Tagung zu biodynamischer Forschung von 5. bis 8. September am Goetheanum von den an Höfen und Hochschulen geleisteten Arbeiten berichtet. Jean-Michel Florin, Co-Leiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum: «Die biodynamische Forschung arbeitet mit wissenschaftlichen Methoden und ist offen für neue Ansätze. Wir brauchen neben einer Nachweis- auch eine Entwicklungsforschung, um an den konkreten Fragen der Landwirte anzuknüpfen.»

(2101 Zeichen/SJ)

Tierwohl (Mutterkuh und Kalb): shop.fibl.org/chde/1660-mother-bonded-calf-rearing.html Neue Methoden der Forschung www.sektion-landwirtschaft.org/home/biodynamische-landwirtschaft/forschung-und-entwicklung Dokumentation Präparate mit Beitrag von Jürgen Fritz www.sektion-landwirtschaft.org/fileadmin/landwirtschaft/Tagung_2018/Landwirte-Tagungsdoku-2018_w.pdf

Ihre Ansprechpartner:
Verena Wahl, Tel. +41 61 706 42 11, verena.wahl@goetheanum.ch
Jean-Michel Florin, Tel. +33 78 402 64 64, jean-michel.florin@goetheanum.ch

Das Goetheanum ist Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen. Als Sitz der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft dient es dem Austausch über spirituelle Fragen und der Fortbildung auf künstlerischem und wissenschaftlichem Feld.

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