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Komplementarität von Naturwissenschaft und Anthroposophie. Habilitationsschrift von Peter Heusser im Verlag am Goetheanum

Pressemitteilung   •   Sep 05, 2016 10:00 CEST

Cover des Buches von Peter Heusser ‹Anthroposophie und Wissenschaft› (Verlag am Goetheanum)

Goetheanum, Dornach, 5. September 2016

Komplementarität von Naturwissenschaft und Anthroposophie
Habilitationsschrift von Peter Heusser im Verlag am Goetheanum

Peter Heusser baut in seiner Habilitationsschrift Brücken zwischen den Konzepten von Naturwissenschaft und Anthroposophie als Geisteswissenschaft. Neben Unterschieden der Betrachtungsebenen konstatiert er ihr komplementäres Verhältnis.

Peter Heusser errichtet die Brücke auf mehreren Pfeilern, deren gemeinsames Fundament die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Anthroposophie sind. Breit führt er zentrale Fragestellungen der modernen Wissenschaft an und setzt sie in Beziehung zur zuvor entwickelten Erkenntnistheorie. Dabei geht es um das Substanzverständnis in Physik und Chemie, die genetische, molekularbiologische und morphogenetische Grundlage der Biologie, die Neurobiologie mit Blick auf das Leib-Seele-Problem, die Psychologie und die Philosophie des Geistes mit der Frage nach dem freien Willen.

Peter Heusser greift Einwände auf, beispielsweise dass das Konzept der Anthroposophischen Medizin wegen vorausgesetzter übersinnlicher Zusammenhänge naturwissenschaftlich nicht nachprüfbar sei. Er stellt dar, wie sich das Wirkprinzip erst im Materiellen realisieren kann, sich dieses aber ohne das erste nicht organisiert. Nach dem Hauptsatz der Thermodynamik müssten lebendige Organismen verfallen wie ihre Leichname. Da sie es nicht tun, muss eine Kraft angenommen werden, die das Gesamtsystem autopoietisch aufrechterhält und «bei Störung wiederherstellt». Daher gehe das geisteswissenschaftliche Konzept davon aus, dass ein Organismus nicht aus der Summe von Einzelelementen entsteht, sondern sich aus einem Wirkprinzip heraus im Materiellen ausdifferenziert. Da dieses materiell Erscheinende naturwissenschaftlich erschließbar ist, lassen sich auch geisteswissenschaftliche Konzepte naturwissenschaftlich-empirisch verifizieren beziehungsweise falsifizieren. Insofern nimmt Peter Heusser eine wissenschaftlich fundierte Grundlegung der Anthroposophie auf der Höhe der aktuellen Forschung vor.

Die Habilitationsschrift reichte Peter Heusser 2009 an der Universität Witten/Herdecke ein. 2011 erschien sie im Schattauer-Verlag, für die Auflage 2016 wurde sie aktualisiert.

(2085 Zeichen/SJ)

Peter Heusser: Anthroposophie und Wissenschaft. Eine Einführung,
400 Seiten, Euro 38/Franken 47, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016.

Ihre Ansprechpartnerin, auch für Rezensionsexemplare:
Anna S. Fischer, fischer@vamg.ch, Tel. +41 61 706 42 00, www.vamg.ch

Das Goetheanum ist Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen. Als Sitz der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft dient es dem Austausch über spirituelle Fragen und der Fortbildung auf künstlerischem und wissenschaftlichem Feld.

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